[Ich lese gerade] Die Tribute von Panem – Teil 2 von Suzanne Collins

Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe
Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe
Suzanne Collins
Verlag Friedrich Oetinger 2010-05-19 Gebundene Ausgabe 431 Seiten

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Beendet habe ich inzwischen „Was die Toten wissen“ von Laura Lippmann. Der Krimi war eigentlich ganz gut, vielleicht etwas vorhersehbar, aber insgesamt ganz nett zu lesen. Am Anfang fand ich das Buch auf Grund unzähliger Zeit- und Ortssprünge allerdings ziemlich verwirrend.
Im Anschluss an den Krimi habe ich „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“ verschlungen. Wenn ich es zeitlich gekonnt hätte, hätte ich das Buch vermutlich in einem Rutsch durch gelesen. Der zweite Teil gefällt mir bisher auch noch ziemlich gut. Unterschiedlichen Rezensionen konnte ich entnehmen, dass die Meinungen zur Triologie ziemlich gespalten sind, vor allem der Tritte Teil polarisiert. Die einen sind vollkommen Begeistert, die anderen vollkommen enttäuscht. Ich bin gespannt, wie es mir ergehen wird. Aber noch habe ich den zweiten Teil ja nicht abgeschlossen.

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[Gelesen] Im Zauber der Sirenen von Tricia Rayburn

Tricia Rayburn: Im Zauber der Sirenen

Genre: Fantasy
Seiten: 304
Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783548282848
Originaltitel: Siren

Klappentext
Während ihrer Sommerferien an der Küste Maines stößt Vanessa auf ein dunkles Geheimnis: Die Frauen von Winter Harbour können mit ihrem magischen Gesang Männer verzaubern. Auch Simon, Vanessas große Liebe, gerät in ihren Bann. Als mehrere Männer tödlich verunglücken, begreift Vanessa, dass sie es mit mörderischen Sirenen zu tun hat. Kann sie die unheimlichen Wesen aufhalten, bevor ein weiteres Unglück geschieht?

Inhalt

Bereits seit vielen Jahren verbringt Vanessas Familie den Sommerurlaub in ihrem Ferienhaus an der Küste von Maine. Gemeinsam mit den Carmichael-Brüdern Caleb und Simon verbringen die ängstliche Vanessa und deren mutige Schwester Justine ihre Freizeit am und im Meer.

Doch die Idylle wird getrübt: Vanessas Schwester verunglückt im Meer. Vanessa, die sich mit ihrer Schwester gestritten hat, macht sich Vorwürfe an Justines Tod Schuld zu sein, kann sich mit dem plötzlichen Verlust der Schwester nicht abfinden und stellt Nachforschungen zu deren vermeintlichem Selbstmord an. Als sich unerklärlichen Wetterphänomenen, vor allem aber Todesfälle in der Umgebung des kleinen Küstenortes häufen und immer öfter ertrunkene Männer mit einem seltsamen Grinsen auf dem Gesicht an Land gespült werden, erkennt Vanessa die Gefahr. Und dann verschwindet auch noch Caleb. Zusammen mit Simon, zu dem sie bald eine enge Beziehung entwickelt, begibt sich Vanessa auf die Suche nach Caleb – und auf Spurensuche. Nach und nach kommen die beidem einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur, das die Frauen einiger alteingesessener Familien umgibt und nach und nach erfährt Vanessa immer mehr über sich selbst.

Kommentar zum Buch & Fazit:

Obwohl es nicht explizit als solches deklariert wurde, handelt es sich bei „Im Zauber der Sirenen“ wohl um ein Jugendbuch, welches aber auch (Fantasy-Interessierten) Erwachsenen gefallen könnte. Wenn sie sich denn von einem relativ zähen Beginn nicht abschrecken lassen…

Anfangs fiel es mir persönlich relativ schwer in die Geschichte einzusteigen, da mir die Erzählung recht oberflächlich erschien und die Charaktere mich auch noch nicht überzeugen konnten. Nach wenigen Kapiteln steigern sich die Geschichte und langsam auch das Erzähltempo und die Zusammenhänge werden klarer. Erfreulicherweise gewinnen auch die Charaktere im Laufe der Geschichte an Tiefe und man beginnt sich in diese hereinzufühlen.
Anders, als es der Titel erwarten lässt, taucht die Sirenen-Thematik erst zu einem sehr späten Zeitpunkt in der Geschichte auf und erwischt den Leser fast schon plötzlich. Eine logische Einführung und einige Erklärungen habe ich an dieser Stelle vermisst. Erfreulich ist dagegen, dass die Sirenen nicht dem typischen Schema der „Meerjungfrau“ entsprechen.

„Im Zauber der Sirenen“ ist ein atmosphärisches Jugendbuch, in dem langsam Spannung aufgebaut wird. Es ist ein sehr kurzweiliges und unterhaltsames Buch, dessen Geschichte sich (von einigen zähen Passagen, denen eine Straffung gut getan hätte mal abgesehen) flüssig und ziemlich zügig lesen lässt. Die Geschichte ist nicht besonders anspruchsvoll, aber eine nette Unterhaltung für Zwischendurch.

Negativ anzumerken ist allerdings die Qualität des Lektorats: Teilweise fehlen (zumindest in meinem Exemplar) Leerzeichen, dann wiederum sind erkennbar zu viele Leerzeichen zwischen Worten enthalten und teilweise hapert es auch mit der Groß- und Kleinschreibung von Worten. Das hätte nicht sein müssen!

Fazit: „Im Zauber der Sirenen“ ist schöne leichte Kost für Zwischendurch.

[Gelesen] Ein Winter mit Baudelaire von Harold Cobert


Cobert, Harold: Ein Winter mit Baudelaire
Genre: Roman
Seiten: 285
Verlag: Pendo
ISBN: 978-3866122581 Pick It!
Originaltitel: Un hiver avec Baudelaire

Inhalt:
Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau zwingt sie ihn, die gemeinsame Wohnung zu verlassen, und verwehrt ihm den Kontakt zu seiner Tochter. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick auf vier Pfoten zurück ins Leben führt. Dank ihm und mithilfe des einfallsreichen Kebab-Verkäufers Bébère und der weisen Toilettenfrau Sarah findet Philippe den Mut für einen Neuanfang. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern.

Kommentar zum Buch & Fazit:
Nach der Scheidung wird der Franzose Philippe von seiner Exfrau auf die Straße gesetzt und darf seine geliebte Tochter nicht mehr sehen. Dann verliert er auch noch seinen Job und da er aus Frust auch noch selbst gekündigt hat, erhält er nicht einmal Arbeitslosengeld. Ohne Job, kein Geld, ohne Geld, keine Wohnung, ohne Wohnung, kein Job: Es ist ein Teufelskreis. Zwar kann sich Philippe eine Weile von seinem Ersparten über Wasser halten, doch irgendwann ist selbst das günstigste Hotel zu teuer. Philippe wird zum Obdachlosen und verliert nach und nach nicht nur alle sozialen Kontakte, sondern auch den Boden unter den Füßen.
Doch dann begegnet ihm Baudelaire: „Aufmerksam schnüffelnd wedelt er leicht geduckt mit dem Schwanz. Dann setzt er sich japsend und mit hängender Zunge vor ihm auf den Boden. Ab und zu hört er ganz auf zu atmen, macht die Schnauze zu und sieht ihn konzentriert an, mit aufgerichteten Ohren, wovon das linke etwas stärker geknickt und tief eingekerbt ist“.
Baudelaire, benannt nach dem berühmten Schriftsteller, ist eine wunderbare kleine Promenadenmischung mit einem großen Herzen. Zwar brauchen Mensch und Hund eine Weile, um „warm zu werden“. Doch schon bald bilden sie ein ungleiches aber gutes Team und wagen den Schritt in ein neues Leben.

Es ist beeindruckend, mit welcher Präzision der Autor unzählige Einzelheiten in Philippes und später auch Baudelaires Leben beschreibt. Wenn Harold Cobert das Leben auf der Straße und die damit verbundenen unliebsamen Erfahrungen und Schwierigkeiten schildert, könnte man meinen, der Autor habe all das am eigenen Leib erfahren. Glaubhaft schildert Cobert auch die Sorgen und Nöten des Obdachlosen und „Geächteten“, der von einem Großteil der Gesellschaft nicht einmal mehr wahrgenommen wird. Dabei überzeugt Coberts Geschichte, das Lob geht somit auch an den Übersetzer, durch eine poetische und ausdrucksvolle, aber nie überzogene Wortwahl und Sprache.

In seinem Roman erzählt Harold Cobert von der Zerbrechlichkeit des Glücks, vom Leben eines Obdachlosen und von der Bedeutung der Freundschaft. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist ein Buch über das Glück, im Unglück nicht allein zu sein und von den kleinen Momenten und Geschenken, die ein Leben lebenswert machen.
Es ist eigentlich keine besondere Geschichte, die Harold Cobert in „Ein Winter mit Baudelaire“ erzählt. Immerhin gibt es (auch in Deutschland) unzählige Obdachlose, von denen etliche auch in tierischer Begleitung sind. Doch gerade, weil diese Geschichte (fast) alltäglich ist, ist sie doch irgendwie außergewöhnlich. Nach der Lektüre sieht man die Obdachlosen auf der Straße jedenfalls mit vollständig anderen Augen.

„Ein Winter mit Baudelaire“ ist berührend und bedrückend zu gleich, es ist unglaublich fesselnd und wirklich lesenswert. In meinen Augen hat das Buch nur einen einzigen Nachteil: Es ist viel zu kurz!

[Gelesen] Relictum von Michael Byrnes

Byrnes, Michael: Relictum

Genre: Mysterythriller
Seiten: 459
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426637050

Inhalt (Verlagsangabe)
Eine mit modernstem Hightech-Gerät ausgerüstete Söldnertruppe stürmt den Felsendom in Jerusalem und raubt aus einer verborgenen Grabkammer eine antike Reliquie: ein Ossarium, das die Gebeine eines unbekannten Toten enthält. Auftraggeber ist der römische Kardinal Santelli, dem ein geheimnisumwittertes Manuskript aus dem 1. Jahrhundert in die Hände gespielt wurde. Dort finden sich Hinweise darauf, dass diese Grabkiste die sterblichen Überreste Jesu Christi enthalten könnte. Und Santelli will mit allen Mitteln verhindern, dass die heilige Lehre von der Auferstehung Christi widerlegt wird …

Kommentar zum Buch & Fazit:
Die Ausgangssituation klingt wirklich spannend: Bewaffnete Söldner dringen in den Felsendom ein und stehlen eine antike Reliquie. Handelt es sich bei den Knochen etwa um die Gebeine Jesu? Gemeinsam mit einem italienischen Kollegen soll die Wissenschaftlerin Dr. Charlotte Hennesey dieser Frage auf Wunsch des Vatikans nachgehen. Doch was die Wissenschaftlerin nicht weiß: Nicht alle Ergebnisse sind von den Auftraggebern erwünscht und so gerät sie schnell in das Abenteuer ihres Lebens.

Erstaunlich an der ganzen Geschichte ist, dass eigentlich von Anfang an klar ist, wer der Drahtzieher des Raubes und der Bösewicht ist. Man fragt sich allerdings, wie all die anderen Charaktere mit diesem zusammenhängen, welche Ziele sie haben und was einen im Verlauf der Geschichte noch erwarten wird.
Eines kann man schon verraten: Etliche Ortswechsel, Zeitsprünge und unzählige auftretende Personen, deren Charakterdarstellung größtenteils auch noch sehr oberflächlich bleibt, machen das Lesen der Geschichte ziemlich mühsam. „Wer war noch mal wer? Gut oder böse? Und warum existiert diese Person überhaupt?“ sind nur einige Fragen, die ich mich während der Lektüre regelmäßig gestellt habe.

Insgesamt ist die Geschichte ganz spannend, hält aber von der Thematik her nicht, was sie verspricht und wirkte ziemlich konfus: Zwar werden in „Relictum“ halbgeschichtliche Fakten, Verschwörungstheorien, brutale Übergriffe und einige Actionszenen vermischt, was aber allein nun einmal kein gutes Buch ausmacht.
Fazit: Mein Fall war „Relictum“ es nicht. Die Fortsetzung werde ich nicht mehr in die Hand nehmen.

[Gelesen] Der Zirkusbrand von Stewart O’Nan

Stewart O’Nan: Der Zirkusbrand. Eine wahre Geschichte
Genre: Literarisches Sachbuch
Seiten: 509
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3498050290

Inhalt:
Es ist ein scheinbar harmloser Sommertag: Doch hunderte Menschen, die am 6. Juli 1944 in Hartford in den Zirkus strömten, um sich unterhalten zu lassen werden an diesem Tag mit Tod und Schrecken konfrontiert. Kaum hat die Show begonnen – die Raubtiernummer ist gerade zu Ende, die Panter sind noch in der Manege, aber der Hochseilakt schwebt schon unter der Kuppel – ertönt ein Schrei: Feuer! Nach wenigen Minuten steht das gesamte Zelt in Flammen, kurz darauf stürzt die Konstruktion zusammen. In der allgemeinen Panik trampeln sich die Menschen tot, werden von den Pfeilern erschlagen, zerquetscht, verbrannt. Die Raubtierdompteuse scheucht indessen seelenruhig die Panther in ihren Käfiggang, während das Orchester mannhaft „The Stars and Stripes Forever“ intoniert. Nach zwanzig Minuten, die Rettungskräfte treffen gerade ein, ist alles vorbei. Das Leid aber bleibt…
Beim größten Zirkusbrand in der amerikanischen Geschichte starben 167 Menschen, mehr als 450 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Die juristischen Folgen ziehen sich über Jahrzehnte hin…

Kommentar zum Buch & Fazit:
Bei einem Zirkusbrand sterben 167 Menschen. Eine gute Geschichte? Nein! Brutale Realität!
„Der Zirkusbrand“ ist kein Roman, sondern ein literarisches Sachbuch. Stewart O’Nan hat mit Zeugen gesprochen, Archivmaterial durchgesehen und die Geschichte des größten Zirkusbrand in der amerikanischen Geschichte rekonstruiert. Er hat sein Buch „allen Menschen gewidmet, die an jenem Tag in den Zirkus gingen ­ denen, die wieder nach Hause kamen, und denen, die dort blieben“.

Es ist wirklich beeindruckend, wie detailliert „Der Zirkusbrand“ und dessen Auswirkungen geschildert werden und mit welcher Präzision sich der Autor den unzähligen Einzelheiten widmet. Der Leser erfährt, dass Zufälle – etwa angelassene Bügeleisen, verspätete oder falsche Busse – lebensrettend sein können aber andererseits auch der Beginn einer Katastrophe sein können. Der Autor hat kein Problem damit, dass in seinem Buch auf Grund unterschiedlicher Aussagen immer wieder Widersprüche auftauchen und manche Frage nie geklärt werden können. Wenn sich Stewart O’Nan auch um Vollständigkeit bemüht, ist es auch ihm nicht Möglich alle Rätsel um den Brand zu lösen.
Trotz unzähliger Namen und Fakten liest sich der Text sehr flüssig. Stewart O’Nans Ton ist nüchtern und man merkt, dass er nicht unterhalten, sondern Fakten sammeln und – soweit es möglich ist – aufklären will. Der Bericht wird durch zahlreiche Fotos und Abbildungen illustriert, von deren Entstehung teilweise ebenfalls berichtet wird.

Auf über 500 Seiten schildert Stewart O’Nan die Vorgeschichte, den Brand selbst und die weitreichenden Folgen, die dieser mit sich brachte. Das Buch ist unglaublich fesselnd, sehr bedrückend aber wirklich lesenswert.

[Gelesen] Die Maurin von Lea Korte

Lea Korte: Die Maurin
Genre: Historischer Roman
Seiten: 663 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3426502303 Pick It!

Inhalt
Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt…

Kommentar zum Buch & Fazit:

Zahra ist ein junges, hübsches Mädchen mit einem eigenen Kopf. Sie sträubt sich gegen jegliche Zwänge und sehnt sich nach einem freien, selbstbestimmten Leben. Doch Zahra lebt in einer gefährlichen Zeit: Mauren und Christen sind sich nicht wohlgesinnt und der Krieg steht bevor…
Was braucht ein historischer Roman? Natürlich, einen Helden – oder vorzugsweise eine Heldin – einige Bösewichte, möglicherweise noch den ein oder anderen Liebhaber und natürlich etliche Herausforderungen und Abenteuer, die bestanden werden müssen. Ähnlich sieht auch das Grundgerüst der „Maurin“ aus. Dennoch ist „Die Maurin“ in meinen Augen kein alltäglicher historischer Roman.

An manchen Stellen hat man den Eindruck, Lea Korte male mit Worten: Die Landschaft und die Menschen kann man vor seinem inneren Auge aufziehen sehen. Und auch die Lebensumstände und die Religionen schildert sie wohl – größtenteils – detailliert und glaubwürdig. Interessant ist, dass ein Großteil der Figuren – mal abgesehen von der Familie der Protagonistin – nicht Lea Kortes Fantasie entsprungen sind, sondern Personen der Zeitgeschichte sind. Ob die mit ihrer Darstellung zufrieden wären, sei hier mal außen vor gelassen.

Seltsamerweise kann sich Zahra allerdings unglaublich viele Freiheiten erlauben, die – anders als wohl im wahren Leben – von ihrem Vater und Bruder fast ausnahmslos verziehen werden. Aber gut, es ist ja ein Roman… Und da die Charaktere und deren Entwicklung – mal abgesehen von einigen Stereotypen – ansonsten gut gelungen sind, kann man darüber wohl hinwegsehen. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass die (obligatorische) Liebesgeschichte tatsächlich noch einige Überraschungen birgt.
Beim Lesen kam es mir vor, als hätte ich eine Reise in Zahras Welt unternommen. Am Ende war ich gewissermaßen enttäuscht, dass ich nicht noch länger in Zahras Welt eintauchen kann. Zwar hat das Buch an einigen Stellen Längen, aber insgesamt kam das Ende tatsächlich überraschend und irgendwie (selbst bei über 660 Seiten) viel zu schnell….
Positiv anzumerken ist auch, dass das Buch eine Zeittafel mit Übersicht über die historischen Ereignisse, Stammbäume der historischen Personen und ein Glossar enthält. Nur die Personenübersicht wäre meines Erachtens besser am Ende des Buches aufgehoben. Denn wer vor dem Lesen versehentlich einen zu langen Blick auf diese Übersicht wagt, der kann bereits ungewollt einiges über die Geschichte erfahren.

Insgesamt ist „Die Maurin“ in meinen Augen ein sicherlich lesenswertes Buch, dass durch eine interessante Geschichte, eine schöne Sprache und gute Recherchen überzeugt.

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Noch einmal ein Dankeschön an Bella bei deren Gewinnspiel ich dieses Buch gewonnen habe.

[Gelesen] Der Dienstagabend-Club von Agatha Christie

Agatha Christie: Der Dienstagabend-Club

Genre: Krimi
Seiten: 197
Verlag: Scherz
ISBN: 978-3502517016
Originaltitel: The Thirteen Problems

Inhalt:
Sie treffen sich jeden Dienstagabend: Miss Marple, ihr Neffe Raymond West und einige andere interessante Persönlichkeiten. Jedes Mitglied bringt ein Problem vor, ein ungelöstes Rätsel, eine geheimnisvolle Angelegenheit, ein unaufgeklärtes Verbrechen. Mit Erfahrung, Intuition, psychologischer Einsicht, Phantasie und nüchterner Überprüfung der Beweismittel wollen sie alle Rätsel lösen. Doch natürlich ist es Miss Marples Lebensklugheit, gewonnen in dem Dörfchen St. Mary Mead, die alle Verbrechen und Geheimnisse aufdeckt.

Folgende Geschichten sind in dem Buch enthalten:
Der Dienstagabend-Club, Der Tempel der Astarte, Die verschwundenen Goldbarren, Der rote Badeanzug, Die überlistete Spiritistin, Der Daumenabdruck des heiligen Petrus, Die blaue Geranie, Die Gesellschafterin, Die vier Verdächtigen, Eine Weihnachtstragödie, Das Todeskraut, Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow, Der Fall von St. Mary Mead

Kommentar zum Buch & Fazit:
Jeweils dienstags treffen sich Miss Marple und einige Bekannte zum Dinner. Es dauert nicht lange, bis das Gespräch auf Verbrechen und ungelöste Fälle kommt – und Miss Marple zum ersten Mal alle Anwesenden mit ihrem Wissen verblüfft. Und weil ihnen das Rätseln solche Freude bereitet einigen sich die Gäste darauf, dass alle einen Kriminalfall erzählen und die anderen versuchen diesen zu lösen.
Zu Erstaunen aller Anwesenden gelingt es ausgerechnet der unscheinbaren Miss Marple, die meisten Fälle zu lösen. Bewundernswert, immerhin verließ die ältere Dame in ihrem Leben doch nur sehr selten ihr Dorf. Doch schnell zeigt sich, dass sich auch im so beschaulich wirkenden St. Mary Mead einiges ereignet hat – und so hat Miss Marple etliche Parallelfälle anzubieten…
Der „Dienstagabendclub“ ist ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames Buch mit etlichen spannenden – aber wie in solchen Sammlungen üblich auch einigen weniger spannenden – Geschichten. Die kleinen Krimigeschichten laden zum mitzurätseln ein, obwohl man in der Regel nicht auf die richtige Lösung kommen wird. Das gelingt vermutlich nur Miss Marple.
Insgesamt lässt sich das Buch zügig durchlesen, man kann es aber auch ruhig mal zur Seite legen und später weiterlesen.

Fazit: Ein sehr schönes kleines Buch für Zwischendurch.