[Ich lese gerade] Das zweite Herz von Michael Connelly

Michael Connelly: Das zweite Herz

Erster Satz:
Ihre letzten Gedanken galten Raymond.

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Die Fortsetzung habe ich ja bereits gelesen – was auch ohne Kenntnisse des ersten Buchs ganz gut ging – und auch „Das zweite Herz“ scheint sehr vielversprechend zu sein. Auf die geplanten Rezensionen werdet ihr leider etwas warten müssen, da ich bei diesen Temperaturen einfach nicht gerne am PC sitzte. Der hat auch mal Hitzefrei….

[Gelesen] Der Dienstagabend-Club von Agatha Christie

Agatha Christie: Der Dienstagabend-Club

Genre: Krimi
Seiten: 197
Verlag: Scherz
ISBN: 978-3502517016
Originaltitel: The Thirteen Problems

Inhalt:
Sie treffen sich jeden Dienstagabend: Miss Marple, ihr Neffe Raymond West und einige andere interessante Persönlichkeiten. Jedes Mitglied bringt ein Problem vor, ein ungelöstes Rätsel, eine geheimnisvolle Angelegenheit, ein unaufgeklärtes Verbrechen. Mit Erfahrung, Intuition, psychologischer Einsicht, Phantasie und nüchterner Überprüfung der Beweismittel wollen sie alle Rätsel lösen. Doch natürlich ist es Miss Marples Lebensklugheit, gewonnen in dem Dörfchen St. Mary Mead, die alle Verbrechen und Geheimnisse aufdeckt.

Folgende Geschichten sind in dem Buch enthalten:
Der Dienstagabend-Club, Der Tempel der Astarte, Die verschwundenen Goldbarren, Der rote Badeanzug, Die überlistete Spiritistin, Der Daumenabdruck des heiligen Petrus, Die blaue Geranie, Die Gesellschafterin, Die vier Verdächtigen, Eine Weihnachtstragödie, Das Todeskraut, Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow, Der Fall von St. Mary Mead

Kommentar zum Buch & Fazit:
Jeweils dienstags treffen sich Miss Marple und einige Bekannte zum Dinner. Es dauert nicht lange, bis das Gespräch auf Verbrechen und ungelöste Fälle kommt – und Miss Marple zum ersten Mal alle Anwesenden mit ihrem Wissen verblüfft. Und weil ihnen das Rätseln solche Freude bereitet einigen sich die Gäste darauf, dass alle einen Kriminalfall erzählen und die anderen versuchen diesen zu lösen.
Zu Erstaunen aller Anwesenden gelingt es ausgerechnet der unscheinbaren Miss Marple, die meisten Fälle zu lösen. Bewundernswert, immerhin verließ die ältere Dame in ihrem Leben doch nur sehr selten ihr Dorf. Doch schnell zeigt sich, dass sich auch im so beschaulich wirkenden St. Mary Mead einiges ereignet hat – und so hat Miss Marple etliche Parallelfälle anzubieten…
Der „Dienstagabendclub“ ist ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames Buch mit etlichen spannenden – aber wie in solchen Sammlungen üblich auch einigen weniger spannenden – Geschichten. Die kleinen Krimigeschichten laden zum mitzurätseln ein, obwohl man in der Regel nicht auf die richtige Lösung kommen wird. Das gelingt vermutlich nur Miss Marple.
Insgesamt lässt sich das Buch zügig durchlesen, man kann es aber auch ruhig mal zur Seite legen und später weiterlesen.

Fazit: Ein sehr schönes kleines Buch für Zwischendurch.

[Gelesen] Vergiss Mein Nicht von Karin Slaughter

Karin Slaughter: Vergiss mein nicht
Genre: Krimi/Psychothriller
Seiten: 512
Verlag: rororo
ISBN: 978-3499232435 Pick It! Pick It!
Originaltitel: Kisscut

Inhalt (Klappentext):
Es sind doch noch Kinder. Ein schrecklicher Sommerabend in Heartsdale, Georgia: Auf einem Parkplatz droht eine Dreizehnjährige einen Mitschüler abzuknallen. Vergeblich versucht der Polizeichef die Situation zu entschärfen – das Mädchen muss erschossen werden, um das Schlimmste zu verhindern. Die ganze Stadt fragt sich ratlos, was die eher unscheinbarere Schülerin in eine entschlossene Mörderin verwandelt hat. Da macht Pathologin Sara Linton bei der Obduktion des Mädchens eine Entdeckung, die schockierender ist als alles, was sie bisher gesehen hat…

Kommentar zum Buch & Fazit:

„Vergiss mein nicht“ stand schon sehr lange auf der – zugegeben sehr umfangreichen – Liste der Bücher, die ich – wann auch immer – unbedingt lesen möchte. Vor einiger Zeit habe ich es nun in der Bibliothek entdeckt – und bin froh, dass ich es mir nicht gekauft habe. Der Titel „Vergiss mein nicht“ passt erstaunlich gut zu diesem Buch: So schnell werde ich das Buch nämlich wohl nicht vergessen. Allerdings nicht, weil es so gut war. Vielmehr wird es mir als Warnung dienen in nächster Zeit kein Buch mehr von Karin Slaughter zur Hand zu nehmen. Es passiert wirklich selten, dass ich auch nur daran denke ein Buch abzubrechen: Diesmal war ich allerdings wirklich kurz davor, obwohl ich es dann doch bis zum Ende durchgehalten habe. Auch wenn das Buch spannend anfang, zog sich die Geschichte dann doch ziemlich hin. Insgesamt fand ich das Buch außerdem thematisch viel zu überladen. Es kam mir vor, als habe sich die Autorin nicht entscheiden können und schließlich alles in einem Buch unterbringen wollen. Dabei wurde vieles dann leider nur oberflächlich angerissen…

Ich möchte nicht bestreiten, dass der Krimi spannend geschrieben ist, allerdings hat mich die Geschichte ab einem Gewissen Punkt überhaupt nicht mehr überzeugt und die Brutalität der Sprache hat mich schlichtweg abgestoßen. Ich bin inzwischen wirklich vieles gewöhnt, aber „Vergiss mein nicht“ war mir deutlich zu extrem. Ich habe nun einmal eine (zu) gute Fantasie und auf solche Bilder, wie sie mir während der Lektüre in den Kopf kamen, kann ich sehr gut verzichten…

Viele andere Leser scheinen von Karin Slaughters Reihe begeistert zu sein. Für mich sind ihre Bücher aber wohl eher nichts…

[Gelesen] Ausgelöscht von Cody McFadyen

McFayden, Cody: Ausgelöscht
Genre: Krimi
Seiten: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3785723906
Originaltitel: Abandoned

Inhalt:
Ich bin ganz nah. Und ich habe ein Geschenk für dich, Special Agent Barrett.

Smoky Barrett sieht von ihrem Handy auf. Die anderen Hochzeitsgäste beobachten gespannt das Brautpaar vor dem Altar. Da durchbricht Motorenheulen die Stille. Ein Lieferwagen hält auf dem Parkplatz. Die Türe öffnet sich, und eine Frau wird auf die Straße gestoßen. Ihr Kopf ist kahl geschoren, und sie trägt ein weißes Nachthemd. Sie taumelt auf das Brautpaar zu und fällt auf die Knie. Ihre Haut ist von blutigen Ritzern übersäht. Sie verzerrt das Gesicht und stößt einen lautlosen Schrei aus. Wer ist diese Frau? Smoky findet heraus, dass sie vor sieben Jahren spurlos verschwunden ist. Aber sie kann nicht über das reden, was ihr zugestoßen ist: Jemand hat eine Lobotomie an ihr durchgeführt und die Nervenbahnen ihres Gehirns durchschnitten. Sie ist nicht tot, vegetiert aber als leblose Hülle vor sich hin. Smoky hat es mit einem Serientäter zu tun, der weiß, dass es für einen Menschen Schlimmeres gibt als den Tod. Nur eines ist sicher: Es wird weitere Opfer geben. Und Smoky könnte das nächste sein.

Kommentar zum Buch & Fazit:
Am Anfang eines Krimis steht natürlich…? Nein, nicht das Verbrechen! Am Anfang von „Ausgelöscht“ genießt die Protagonistin erst einmal einen ruhigen, romantischen Urlaub auf Hawaii und besucht zurück in der Heimat ganz entspannt die Hochzeit ihrer Freundin und Kollegin. Es könnte alles so schön sein… Könnte, wenn ihr nicht ein grausamer Serientäter ein makaberes Geschenk machen würde. Es dauert nicht lange und Smoky Barrett ist Mitten drin in ihrem vierten Fall.

Zimperlich war Cody McFadyen noch nie: Und so gibt es auch in „Ausgelöscht“ wieder etliche Oper zu beklagen. Erfreulicherweise sind die Beschreibungen diesmal nicht ganz so blutig, wie man es von Cody McFadyen gewohnt ist. Dafür widmet sich der Autor auch den kleinen, alltäglichen Dingen in aller Ausführlichkeit, lässt aber trotzdem noch ausreichend Raum für die Fantasie des Lesers.

Interessant ist, dass der Autor seine Leser einen ausführlichen Blick auf das frühere Leben und die Vergangenheit des Täters werfen lässt – ohne dabei jedoch zu viel zu verraten. Der Leser erhält Einblicke in das Seelenleben des Killers und wird dazu angeregt sich auch mit dessen Sichtweise auseinander zu setzten. Wer allerdings wirklich für das Leiden der Opfer verantwortlich ist bleibt trotzdem bis kurz vor Schluss unklar! Nicht nur deshalb bleibt „Ausgelöscht“ (fast) bis zur letzten Seite spannend.

Schön ist, dass in diesem Teil dabei auch die Figuren um Smoky Bennett weiter entwickelt werden und der Autor sich nicht mehr (fast) ausschließlich auf die Protagonistin konzentriert. Smoky Barrett hat irgendwie immer Pech: Es scheint so, als ziehe sie Leiden und Unglück regelrecht an – ausnahmslos. Egal mit welchem Täter sie es zu tun hat, alle haben es irgendwann auf die Agentin persönlich abgesehen. Smoky Barrett hat eigentlich in bisher jedem Buch solch qualvolle Erfahrungen machen müssen, von denen ein normaler Mensch vermutlich nicht einmal die Hälfte ausgehalten hätte. Dabei ist weniger doch manchmal mehr: Denn wenn McFadyen auf Dauer so weiter macht, dann wird es vermutlich nicht mehr lange dauern, bis seine Heldin endgültig arbeitsunfähig ist. Schade wär’s…

[Gelesen] Ein reines Gewissen von Ian Rankin

Rankin, Ian: Ein reines Gewissen: Ein Fall für Malcolm Fox
Genre: Krimi
Seiten: 512 Seiten
Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3442546503 Pick It!
Originaltitel: The Complaints

Inhalt (Klappentext):
Bei der Polizei nennt man sie „die von der dunklen Seite“, niemand will etwas mit ihnen zu tun haben. Kein Wunder, schließlich nehmen die internen Ermittler ihre eigenen Kollegen ins Visier. Gerade haben Malcolm Fox und sein Team in Edinburgh den korrupten Officer Glen Heaton überführt und den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben. Als nächstes wird Fox auf einen jungen Polizisten angesetzt, der Kinderpornographie verbreitet haben soll. Doch seltsam: Je näher er dem Mann kommt, desto mehr ist Fox von dessen Unschuld überzeugt. Und dann wird plötzlich der Lebensgefährte von Fox’ Schwester erschlagen aufgefunden, und Inspektor Fox gerät selbst unter Verdacht. Mit einem Mal sitzen Jäger und Gejagter im selben Boot …

Kommentar zum Buch & Fazit:
Malcom Fox – von seinen Freunden „Foxy“ genannt ist Ermittler für interne Angelegenheiten bei der Polizei von Edinburgh. Kaum haben er und seine Kollegen den Fall eines korrupten Beamten abgeschlossen, bekommt Fox schon einen neuen Auftrag: Er soll einen jungen Sergeant – Jamie Breck – überprüfen, da dieser sich auf pornografischen Internetseiten herumgetrieben haben soll. Dabei scheint der junge Polizist auf den ersten Blick doch ganz harmlos zu sein. Kein leichter Fall für Malcom Fox…
Auch in Fox Privatleben liegt einiges im Argen: Seine Ehe wurde bereits nach kurzer Zeit geschieden und Fox kämpft als trockener Alkoholiker tapfer gegen seine Sucht. Sein Vater lebt in einem kostspieligen Pflegeheim und seine Schwester ist Opfer häuslicher Gewalt. Doch als deren Lebensgefährte ermordet wird, wird es auch nicht besser: Immerhin soll ausgerechnet Jamie Breck in diesem Fall ermitteln. Und es dauert nicht lange, bis Malcom Fox selbst zum Verdächtigen wird. Statt sich herauszuhalten sucht der interne Ermittler Jamie Brecks Nähe, um Genaueres über den Mordfall – aber auch über den jungen Polizisten – zu erfahren. Dabei erkennt Malcom Fox in Jamie Breck nicht nur einen kompetenten Ermittler. Der junge Polizist wird ihm auch noch zunehmend sympathisch. Jamie Breck soll wirklich ein Pädophiler sein?
Bevor Malcom Fox und Jamie Breck aber bei ihren Fällen weiterkommen, werden plötzlich beide suspendiert. Und damit fängt der eigentliche Krimi erst richtig an…

Insgesamt erzählt Ian Rankin eine interessante und spannende Story mit vielen Verwicklungen und falschen Verdächtigungen. Beim Lesen ist allerdings Aufmerksamkeit gefragt, denn irgendwie hängt alles mit allem zusammen. Manchmal allerdings – so schien es mir zumindest – spielt Kommissar Zufall bei der Entwicklung dann doch eine zu große Rolle. Und auch, wenn die einzelnen Personen meist ziemlich gelungen in die Geschichte eingeführt werden bin ich persönlich gerade am Ende regelmäßig über die Namen gestolpert. Wer war noch einmal Opfer? Und wer Verdächtiger? Ein Figurenverzeichnis im Anhang wäre wirklich wünschenswert gewesen…
Aber eigentlich kann man nicht klagen: Der erste Band der neuen Serie ist sicherlich nicht das beste Buch, das Rankin je geschrieben hat. Der Krimi ist allerdings zum größten Teil recht spannend und an manchen Stellen habe ich ihn wirklich ungern aus der Hand gelegt.
Wer die Fälle des Kommissars John Rebus, den Ian Rankin (leider) nach mehr als 20 Jahren in den (verdienten) Ruhestand, geschickt hat, mochte, der sollte auch einmal Malcom Fox bei seinen Ermittlungen begleiten. Vermutlich kann man sich an ihn gewöhnen…
Die Ausgangssituation mit einem Internen Ermittler als Hauptperson bietet Ian Rankin für die Zukunft einige neue Möglichkeiten und es folgen hoffentlich noch einige interessante Fälle…

[Ich lese] Ein reines Gewissen von Ian Rankin

Ian Rankin: Ein reines Gewissen (510 Seiten)

Da mir der Eifelkrimis mit seinen 230 Seiten für zwei dreistündige Zugfahrten als nicht ausreichend erschien, habe ich sicherheitshalber den deutlich umfangreicheren Krimi „Ein reines Gewissen“ eingepackt. Dieses Buch lag schon viel zu lange auf meinen Stapel ungelesener Bücher…

Erster Satz:

Als Malcom Fox den Raum betrat, empfing ihn kurzer Applaus.